Betörende Grauzonen

Nach einer gefühlten Ewigkeit schreibe ich mal wieder was. Es liegt nicht an euch oder dem Trollzirkus der ja mittlerweile üblich geworden ist. Viel mehr gibt es nichts relevantes über das ich schreiben kann.

Kurskorrektur
Ideale verschieben sich weil man sich der jeweiligen Situation anpassen muss. Ich werde gerade 30. Und ziemlich langweilig. Man kümmert sich plötzlich vermehrt wieder um Familienangelegenheiten und mittelfristige Perspektiven im Beruf. Wird konservativ. Aber auch selbstsicher. An sich ist die Entwicklung vermutlich gar nicht so schlecht, aber auch vollkommen normal. Ich für meinen Teil weiß mittlerweile dass Hipsterfitness und Bloggen kein vollwertiges Hobby für mich darstellen, also suche ich mir was neues (Vorschläge dürfen via Twitter eingesendet werden). Was mir in der Vergangenheit Sorgen bereitete, löst sich in Wohlgefallen auf. Der NSA Skandal und die Totalüberwachung ist Realität.  Und um daran zu rütteln ist es auch einfach zu spät, weil die Infrastruktur für Next Generation Networks bereits seit ca. 8 Jahren steht. Also mache ich es jetzt so wie die ganzen Kiddies da draußen und konsumiere einfach. Leben bewusst genießen.

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Grauzonen und Tabubrüche
Datamining ist keine schlimme Sache. Wenn die Leute wissen was sie mit den Daten tun sollen. Und ich als Verbraucher auch Vorteile davon habe. Aber 10 Jahre nach dem Skandal der Post mit Adresshandel, Facebook, Twitter etc. habe ich immer noch keine Vorteile. Ich bekomme ja nicht einmal personalisierte Werbung per Post. Und jetzt will man krampfhaft mit Smartwatches und Linsen fürs Auge an Vitaldaten kommen? Was bringt mir das? Und was bringt das denen? Ich persönlich glaube ja das Vitaldaten den letzten Tabubruch im Informationszeitalter darstellen.  Die Herausgabe “alltäglicher” Informationen und Metainformationen wie Geolokalisierung ist für uns ja schon normal geworden,  das letzte Geheimnis welches uns momentan noch bleibt ist die Gesundheit. Und schon jetzt befinden wir uns in der Grauzone auch diesen Tabubruch über uns ergehen zu lassen. Prinzipiell ist es mir wie gesagt mittlerweile egal wer meine Daten einsieht. Ich lasse ja wissentlich die Nutzung zu. Mich interessiert viel mehr die Frage welcher Sinn noch dahinter stecken soll, weil man ja offenbar nicht einmal in der Lage ist abseits vom Targeting noch einen Mehrwert herzustellen.

Gestört betört
Halbfertig. So fühlt sich momentan alles an. Ob es jetzt das Social Web ist oder irgendwelche Dinge die man kauft. Ich als Verbraucher fühle mich betrogen. Immer. Vollmundige Premiumapps die irgendwelche Nachkäufe mit sich ziehen sind vielleicht einer von vielen Indikatoren, dass sich auch der Kapitalismus gerade in einer Grauzone befindet. Noch einmal das letzte aus allem rausholen. Auf den großen Resetknopf warten. Vielleicht ist es gerade diese Erwartungshaltung von der gerade viele fasziniert sind. Ich kann und will es nicht. Ich möchte. Welt. Atmen. Betört werden.

Tagträumer
Vor Snowden hatte ich noch den Traum eines Tages Teil einer Bewegung zu sein. Ich habe immer noch Ideen, aber keine Motivation und auch keine Kraft für Endlosdiskussionen. Darum veröffentliche ich hier nach und nach die Entwürfe meiner Projekte und Patententwürfe. Wenn ich es nicht mache soll es doch jemand anderes machen. Mein Traum ist vorbei. Ich habe lediglich einen Plan wie mein Leben ungefähr verlaufen soll. Vollkommen unkritisch und normiert. Mit Haus, Baum und so.

Mit der Gesamtsituation unzufrieden aber optimistisch. So könnte ich den aktuellen Stand gerade beschreiben. Es läuft einfach vor sich hin. Ich werde alt.

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Ich schreibe über das Social Web, Hipsterfitness, Netzpolitik und ab und zu triviales. Wer in mir einen Nazi vermutet ist des Lesens wohl nicht mächtig und sei auf die "Über mich und den Blog" Seite verwiesen.

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