Projekt: Digitalisierter Rauchentzug – Vorbereitungen

Ich rauchte bisher ziemlich viel. Und lange. Also dachte ich mir es ist zum gefühlten 2341. Mal an der Zeit dem ganzen ein Ende zu setzen. Ich möchte von heute an mein Vorhaben digital dokumentieren. Sprich Ihr findet in ein paar Monaten wahrscheinlich ein paar Videos / Blogartikel / Tweets etc. in denen ich von den verschiedenen Entwöhnungsansätzen aber auch über die Situationen schreibe, in denen es von der Psyche her einfach auch etwas stressig wird. Bspw. wenn man mit Leuten zusammen sitzt. Aber egal und vor allen Dingen wie immer: Eins nach dem anderen.

Rauchfrei: Wie ohne sich verkohlen zu lassen?

Rauchfrei: Wie ohne sich verkohlen zu lassen?

Rauchergeschichten
Zum Anfang ein bisschen aus meiner Raucherbiografie: Seit wann rauche ich eigentlich? Seit dem 1. September 2002 9Uhr. Woher ich das so genau weiß? Da hat mein Zivildienst angefangen. Und im Nachhinein war das eine sehr spontane Aktion mit weitreichenden Folgen. Wenn ich jetzt also mal hochrechne und bei jedem Tag von durchschnittlich 25 Zigaretten ausgehe, dann sind das 101475 Zigaretten. Jede einzelne Zigarette wiegt knapp ein halbes Gramm. Sprich: Eigentlich liegen jetzt über die letzten Jahre hinweg rund 50 Kg Tabak und sonstiger Unrat in meinen Atemwegen. Wenn ich von ca. 30 Zigaretten am Tag ausgehe (was im Nachhinein fast realistischer ist) bin ich sogar bei rund 63 Kg. Das heißt ich hätte mein eigenes Körpergewicht geraucht. Und zumindest mir ging es so dass ich mir dessen nie wirklich bewusst war, weil so eine Zigarette halt doch ziemlich klein ist.

Auf jeden Fall habe ich mich jetzt dazu entschlossen das rauchen zu beenden. Bzw. ich habe es schon, seit dem 12.10.2013 12 Uhr rauche ich aktiv nicht mehr. Und das fällt mir sogar ziemlich leicht, weil ich mich entsprechend vorbereitet habe. Und weil ich fest davon ausgehe, dass es dem einen oder anderen vielleicht auch hilft mit dem rauchen aufzuhören, habe ich mir gedacht ich dokumentiere einfach mal alles. Weil rauchen ja mehr mit Psyche als einem körperlichen Entzug zu tun  hat (meiner Meinung), beschreibe ich hier mal meinen Ansatz und die Vorerfahrungen die ich gemacht habe.

Gewohnheiten und andere Feinde
Es ist als solches ja nie so einfach mit dem rauchen aufzuhören, denn 1. ist der Mensch ein Gewohnheitstier und 2. ist der Mensch auch noch ein soziales Wesen, es gilt also 2 Dinge zu bekämpfen: Die Gewohnheit zu bekannten Gelegenheiten (Warten auf den Bus, Morgenzigarette, Kaffeezigarrette etc.) zu rauchen und die Gewohnheit bei sozialen Anlässen (Partys, Treffen, Pausen etc.) zu rauchen. Man kann versuchen den Situationen komplett aus dem Weg zu gehen, allerdings macht es die Situationen dann auch nicht besser sondern verstärkt nur den Drang nach Zugehörigkeit und alter Routine. Somit könnte man sich auch einfach in eine Pappschachtel setzen um nicht mitzubekommen wie das Leben um einen herum weitergeht um tunlichst Zigaretten und das damit verbundene öffentliche Leben zu vermeiden. Erfolgversprechend wäre der Ansatz also. Aber auch verstörend.
Also habe ich es anders gemacht: Ich persönlich mag während der ersten Tage des Rauchentzugs nicht auf die Kippenlosigkeit angesprochen werden, weil ich die teils bizarren Gespräche darüber nicht mag (“Warum willst Du mit dem rauchen aufhören?” vs. “Warum hast Du mit dem rauchen aufgehört?” vs. “Du tust mir leid!”). Natürlich ist man rastlos die ersten 48 Stunden, das macht es aber auch nicht besser wenn man dümmliche Fragen gestellt bekommt. Im Grunde ist die direkte Ansprache eines ambitioniert frischen Nichtrauchers auch Wahnsinn. Das ist ein Prozess den man die ersten Tage mit sich alleine ausmachen muss. Zu viel Zuwendung von Freunden, Bekannten, Kollegen etc. führt nur zu einem auf lange Sicht verstörendem Verhältnis und / oder zwei Händen um den Hals des vermeintlichen Freundes.

Ich muss mich also mit mir selbst beschäftigen können aber auch in irgendeiner Form Gedanken und Eindrücke verarbeiten. Was kam mir da eher gelegen als dieser ganze Social Web Kram? 90% meiner sozialen Kontakte kann mit Twitter ohnehin nichts anfangen und Facebook wird lediglich als Nachrichtenaustauschkreativitätsselbstzelebrierungsplattform wahrgenommen. Da kommt einem Twitter schon ziemlich gut entgegen. Um zu dokumentieren, Gedanken zu verarbeiten und “Geselligkeit auf Abruf” zu bekommen, in Situationen in denen es eben erwünscht ist.

 

Twitter hat zudem noch einen kleinen weiteren Vorteil, auf den ich aber erst viel viel viel viel viel viel später eingehen möchte.

Also ganz wichtig für alle die mitmachen, nachmachen, unterstützen oder sonst was wollen: Zeitpunkt ist wichtig. Es braucht halt einen von Dir selbst definierten Anfang. Bei mir war es Samstag 12 Uhr Mittag. Alles weitere erfahrt Ihr in meiner nächsten Zusammenfassung der ersten paar Tage ohne Rauch.

Desweiteren freue ich mich natürlich über jegliche Unterstützung, wenn Ihr Leuten davon erzählt die auch mit dem rauchen aufhören wollen oder einfach nur meine persönlichen Eindrücke verfolgen wollt. Also den Beitrag mal präventiv irgendwo teilen, damit noch mehr Leute lesen können wie man ohne Nichtraucherapps und komische Kaugummis vom Rauchen loskommt. Darum danke ich jetzt auch schon meinen Followern auf Twitter die irgendwie immer hinter mir standen.

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Ich schreibe über das Social Web, Hipsterfitness, Netzpolitik und ab und zu triviales. Wer in mir einen Nazi vermutet ist des Lesens wohl nicht mächtig und sei auf die "Über mich und den Blog" Seite verwiesen.

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Comments
  1. KChristoph

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